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Samstag, 1. September 2012

El Club

Der Hahn hat pünktlich zum Sonnenaufgang gekräht und so wurde ich schon relativ früh wach, da es nach einiger Zeit auch viel zu warm war um noch im Bett zu liegen. Ich bin also erst einmal unter meine Dusche gesprungen (wo eh nur kaltes Wasser rauskommt) und hab mich dann daran gemacht meinen Koffer auszuräumen und mich häuslich einzurichten. 








Am Nachmittag hat mich mein Chef angerufen und mir erklärt, dass er mir nicht heute mein Projekt zeigt, sondern am Montag. Gegen 4 kam dann Miosoti mit einem kleinen Mädchen an der Hand um mich abzuholen. Miosoti wir meine Ansprechpartnerin hier sein und zusammen mit Robin und mir in der Hausaufgabenhilfe arbeiten. Erster Eindruck: sie sieht noch sehr jung aus (und ist es wohl auch), deshalb war ich erstaunt als sie mir erklärte, dass sie mit mir eins der Projekt leiten würde. Wir sind dann zu dritt in den Park gegangen und haben uns ein Eis gekauft. Im Eis“cafe“ hat mich dann der erste kleine Junge um Geld gebeten. Ich blieb streng und verneinte es. Es kam mir jedoch komisch vor, denn es könnte ja sein, dass ich später mit genau diesem Kind arbeiten werde. Miosoti konnte mich aber dahingehend beruhigen. 




Dann war es soweit: mein erster Ritt auf einem Motoconchi stand an. Motoconchis sind einfache Motorräder die als Taxis verwendet werden. 50$, also 1€ kostete die fahrt. Es hat sich total komisch angefühlt, da man seinem Fahrer ja näher kommt als sonst. Da die Straßen hier auch nicht wirklich gut ausgebaut sind, hat sich die Fahrt eher angefühlt wie auf einem Esel. Wir sind zu einem Club gefahren. Dieser Club besitzt einen Pool und Anlagen zum Sporttreiben, er ist aber kleiner als sich einige jetzt vielleicht vorstellen. Dort angekommen stellte mir Miosoti ihre Cousine oder so vor und dann sind wir zu einem Spielplatz, wo wir uns ein wenig amüsiert haben (ja es kann echt immer noch Spaß machen zu schaukeln). Danach sind wir wieder Richtung Pool, wo ich tausende Bilder von Miosotis Cousine machen sollte, welche gerade Schwanger ist. Danach haben wir uns zu einigen Freunden von Miosoti gesetzt und eine Cola getrunken. Später kamen noch einige anderen Bekannten von ihr, die gerade an irgendeiner Besprechung teilgenommen haben. Diese Typen waren aber etwas komisch meiner und auch Miosotis Meinung nach (sehr macho).





Danach sind wir wieder nach Las Matas, wohin wird durch einen, ich hoffe mal, Freund von Miosoti gekommen sind. Dort hat sie mir dann schonmal gezeigt, von wo aus ich den Guagua zu meinem Projekt am Montag nehmen soll. Danach haben wir dann noch ein paar Freunde und Verwandte von ihr besucht (auch ein ganz süßes kleines Baby, das gerade mal 5 Monate alt war). Sie hat mich dann noch nach Hause gebracht, obwohl ich ihr angeboten habe alleine zugehen. Zuhause hatten wir dann gerade mal keinen Strom, die Dusche funktionierte aber zum Glück trotzdem. Jetzt bin ich einfach mal am entspannen und ich denke es gibt gleich auch Abendbrot.

Freitag, 31. August 2012

Ab nach Las Matas

Heute wurden wir in unsere Familien geschickt. Dazu sind wir nach dem Frühstück zuerst alle ins AFS-Büro gefahren, wo man uns noch mal genaueres über unsere permanenten -beziehungsweise Übergangsgastfamilien erzählt hat. Ich werde eine permanente Gastfamilie bekommen, die ich aber im Januar wechseln werde (keine Ahnung warum). In meiner Familie gibt es meine Mutter Nancy, welche Ärztin im örtlichen Krankenhaus ist, meinen Vater Victor, der Lehrer ist und die 4 Kinder: Camila (16), Alberta (15), Alfredo (22) und Pablo (19). Nachdem uns alles erzählt wurde, kam auch schon der Chef von Robin und mir und ging mit uns unseren Wochenplan durch. Das Projekt hört sich super an, denn wir haben dort wirklich eine Mission zu erfüllen. 



Hora
Dias
Lunes
Martes
Miércoles
Jueves
Viernes.
Sábado
8:30 -10:00 a.m. 


Libre.
Escuela Columna

Escuela Columna
Escuela Columna
Escuela Columna
Deportes
10:00a.m.-1:00 p.m.
1:00-3 p.m.
Receso
3:00-5:p.m.
Clases de Idiomas.
Sala de Tarea
Clases de idiomas.
Sala de tareas.
Artes
 


Wir werden in einer Schule unterrichten, Nachmittags Sprachunterricht in Englisch und Deutsch geben, bei Hausaufgaben helfen und am Samstag Sportkurse, wie zum Beispiel Volleyball geben. Auch hatte mein Chef gelesen, dass ich in Deutschland im Chor war und hatte deshalb die Idee, dass ich doch einen Chor aufbauen könnte. Auf meine Frage, ob es denn ein Klavier oder eine Gitarre geben würde, meinte er, dass Acapella-Chöre doch auch super wären. Überraschenderweise erzählten sie uns, dass Robin noch eine Woche in Santo Domingo bleiben würde, weil das Haus seiner Gastfamilie „noch im Prozess“ sei. Also werde ich die erste Woche ganz alleine sein. Als wir endlich fertig waren qualmte mir schon der Kopf vom ganzen zuhören. Dann ging es für mich auch schon los. Ich verabschiedete alle die noch da waren und wurde im Taxi zur nächsten Guagua nach las Matas gesteckt. Auf die Frage, wie lange es denn dauert würde, meinte der Cobrador: 3 ½ Stunden.
Im Endeffekt dauerte es 6 Stunden! Doch das war kein Problem, ich schloss schon die erste Freundschaften mit einem Mädchen namens Yuderka und einer Frau namens Yanfieisy die ein kleines Kind hatte. In las Matas angekommen, warteten meine Mutter, mein Bruder und mein Vater  schon auf mich. 
Wir sind dann im Jeep zu ihnen nach Hause. Erster Eindruck: das Haus ist schön aber einfach. Alle bauen im garten Bananen an, welche der Nachbarschaft einen tropischen Touch verleihen. Hinzu kommt, dass überall Palmen stehen und es in der nähe eine Brücke gibt über die ich immer gehen werde, unter der der reinste Dschungel wildert.

Als ich reinkam sah ich als erstes die kleinen Hunde und begrüßte sie ausgiebig. Es schien so, als wenn sie sich gar nicht meine Unterlagen durchgesehen hätten, da ich als erstes gefragt wurde woher ich denn kommen würde, wie ich denn hieße und warum ich denn schon Spanisch könne. Lustiger weise wird meine 16 jährige Schwester Camila auch Vivita oder Vivi genannt. Sie schien sich aber nicht sonderlich für mich zu interessieren. Also bin ich nach einiger Zeit in mein Zimmer gegangen. Es ist sehr spärlich eingerichtet: ein Bett, eine kleine Kommode und ein Badezimmer. 

Dieser kleine Spatz hinderte mich daran meine E-Mails zu checken :)

Wenig später kam Vivita zu mir und fragte mich, ob ich mit zu einem Treffen kommen möchte. Ich nahm dankend an und musste mich aber bevor wir los gingen in die lange, enge Jeans zwängen. Das hat sich angefühlt wie nach dem Schwimmen in der Schwimmhalle da es noch bestimmt 30°C waren. Auf dem weg dorthin verstanden wir uns prächtig. Sie freute sich, dass ich schon Spanisch konnte und hat sich sehr für mich interessiert. Zuerst nahm sie mich mit zu ein paar freunden und dann sind wir zu einem Lions Club Treffen gegangen (es tut mir Leid Rotary). Es war super interessant, da der ganze Club von etwa 14-16 jährigen geleitet wurde und eher unwichtige Dinge wie zum Beispiel wann das nächste Treffen sein sollte in die Breite getreten wurden und große Diskussionen entfachten. Ich habe aber wenig verstanden, da das dominikanische Spanisch ganz anders ist als das mexikanische, spanische oder sonst irgendein Spanisch. 

1. Sie sprechen sehr sehr sehr sehr schnell (sogar schneller als die Argentinier). 
2. Haben sie für alles ein bestimmtes Wort: Autobus: guagua, Tankstelle: bomba. 
3. Sie sagen kein S, zum Beispiel sagen sie nicht vamonos sondern vamono oder sie sagen nicht casa sondern ca'a
Und 4. Kürzen sie eh alle Wörter: que lo que (que es lo que es anstelle von como estas) oder Va‘n p‘quito pa‘tra (Va un poquitp para atras). 

Also hört sich alles für mich (obwohl ich echt gut in spanisch bin)  eher nach: kaolabu tschejeje mejere an. Aber wenn sie sich mit mir unterhalten nehmen sie sich schon etwas zusammen und sprechen langsam und deutlich. 

Naja nach dieser Reunion sind wir dann nach Hause gegangen. Unterwegs musste man echt vorsichtig sein, weil alle hier auf ihren Mopeds durch die Gegend düsen als währen sie auf der Flucht). Zuhause angekommen hat mir Vivita ihren Freund Benny vorgestellt und danach haben wir gegessen. Es gab Kartoffelbrei mit frittiertem Käse, Kochbanane und dazu noch so ein komisches Zeug wovon ich den Namen aber gerade nicht mehr weiß. Ich hab eh sehr wenig gegessen, da man bei dieser Hitze kaum was hinunter bekommt. Als ich dann duschen wollte, habe ich bei mir im Bad eine riesige schwarze Spinne entdeckt, die bestimmt so groß wie meine Handfläche war. Ich also wieder raus und Nancy Bescheid gesagt. Die hat dann den Besen geholt und sie getötet, ich war derzeit in der Küche und hab mich geschüttelt. Dann kam meine 15 jährige Schwester Alberta (die eigentlich anders genannt wird, aber die Namen kann ich mir nicht merken), hatte die blöde tote Spinne in der Hand und machte sich einen Spaß daraus, dass ich sie abscheulich fand. Meine Mutter erklärte mir, dass das doch eine harmlose Spinne war und ich erstmal abwarten sollte bis es regnet, weil dann die ganz großen kommen. (schluck!)

Anschließend haben wir mein Zimmer fertig gemacht, dass heißt Moskitonetz anbringen und Ventilator aufstellen. Dieser .. nicht so vorteilhafte Ventilator ist leider super laut, deshalb konnte ich ihn in der Nacht immer nur kurz anmachen,wenn es mal wieder unerträglich war und musste ihn dann wieder ausmachen um endlich schlafen zu können.